Es ist vollbracht!!!

Ich bin meine Bachelorarbeit los. Nach 6 Monaten, in denen ich mal mehr, mal weniger intensiv an ihr gearbeitet habe, habe ich dieses formschöne Meisterwerk der Uni zum korrigieren übergeben. Der Titel:

Eine Analyse der motivationserzeugenden Elemente mobiler Exergames am Beispiel der Anwendung TwoStone

Geil, wa?

Hier ein Beauty-Shot von dem Ding:

Beauty-Shot von der gebundenen Thesis

Hach. Schick. <3

Das ist jetzt eine tolle Chance, meine frischen Erfahrungen zu teilen. Das aufzuschreiben, was es so oft aufgeschrieben gibt; meine Leser vor Fehlern zu bewahren, die ich selbst gemacht habe. Also macht euch gefasst auf all die offensichtlichen Erkenntnisse, die ich beim Schreiben gesammelt habe, und darauf, von mir Sachen eingeprügelt zu bekommen, die ihr schon wusstet. Man lernt ja bekanntlich durch Wiederholung.

10 Erkenntnisse die das Schreiben der Thesis vereinfachen

Das ist das Uni-Gebäude, in dem ich sie abgegeben hab 🙂

Und vielleicht ist ja sogar für den ein oder Anderen etwas Neues dabei! Wenn ich irgendjemandem mit diesen Tipps helfen konnte, dann ist es das wert 🙂

Also, legen wir los! Meine 10 Erkenntnisse, die das Bachelorarbeit schreiben vereinfachen sollten:

1. Suche dir ein Thema, mit dem du dich gerne beschäftigst

Eine Bachelor-Thesis mag nicht das wichtigste Projekt deines Lebens sein, aber du wirst viel Zeit mit ihr verbringen. Wenn sie dich begeistern kann, und du dich wirklich auf deine Ergebnisse und die Arbeit freust, dann macht das Vieles sehr viel leichter, als wenn du dich 5 Monate lang mit Stühlen im Wandel der Zeit beschäftigen musst. (Wobei, um ehrlich zu sein, ist das gar nicht mal so uninteressant…)

2. Behalte das Ziel vor Augen

Bei jedem Schritt ist es wichtig, zu wissen, warum man ihn geht. Jeder Schritt, jeder Satz, jeder Test, Alles sollte dich immer weiter in Richtung deiner eigentlichen Aufgabe führen. Berichte nicht über Dinge, die mit deinem Titel und deinem Thema nichts zu tun haben. Behalte den roten Faden im Auge. Schreib dir frühzeitig dein konkretes Thema prägnant auf, und vergiss es nicht!

3. Denk frühzeitig darüber nach, ob dein Versuchsaufbau so Sinn ergibt

Nichts ist ärgerlicher, als beim Auswerten gegen eine Mauer zu laufen. Oder wenn man auf halber Strecke durch den Versuch feststellt, dass das ja eigentlich alles total bescheuert ist. Denk frühzeitig darüber nach, woran deine Thesis scheitern könnte, und wie man sie wirklich noch Mal optimieren kann:

  • Bekommst du genug Probanden zusammen? Kannst du sie zeitlich kürzen?
  • Sind deine Methoden, Instrumente und Materialien aufeinander abgestimmt?
  • Arbeitest du wirklich auf deine Forschungsfrage hin?

4. Schreib von Anfang an ALLES auf, was mal wichtig werden könnte

Überlegungen. Mögliche Problemstellungen. Erkenntnisse aus dem Pretest. Die Farbe deiner Unterhose. ALLES. Frühe Überlegungen zur Methode und durchgeführte Schritte sind besonders wichtig. Beim Schreiben bist du mehrere Monate von der Konzeption und Durchführung entfernt. „Scheiße. Wie hab ich das damals gemacht?“ Ungute Frage.

5. Denk frühzeitig ans Schreiben

Ebenfalls wichtig: Bereite dich frühzeitig aufs Schreiben vor, indem du jede Chance nutzt, um den Kram zusammen zu bekommen. Du generierst sowieso gerade einen Plot, um dir deine Auswertung besser vorstellen zu können? -> Speicher ihn ab! Du nutzt gerade die Anwendung in einem guten Beispielszenario? -> Mach einen Screenshot, den du später einbauen kannst. Das Sammeln von solchen Dingen kostet viiiiel Zeit, und wird gerne prokrastiniert.

(Extrem praktischer Tipp am Rande: Wer mit dem Statistikprogramm R und LaTeX zum Formatieren arbeitet (was Psychologen passieren könnte), sollte sich das R-Package xtable ansehen. Es exportiert R-Tabellen direkt in LaTeX-Formatierung! Spart VIEL Zeit!)

6. Frage erfahrenere Leute nach Feedback

Meine Freundin war während der kompletten Thesis ein wahrer Segen. Drüberlesen, Tipps, Ausmerzen von methodischen Ungewissheiten, emotionaler Anker. Ein Hoch auf ältere Frauen! 😛

7. Wenn dein Betreuer nicht in die Puschen kommt, mach halt

Du bist jetzt an der Uni und musst selbst klar kommen. Betreuer sind chronisch überarbeitet, selten einfach erreichbar und haben zu viele Projekte am Laufen, um jedes so gut betreuen zu können, wie sie es sich wünschen würden. Du weißt was das Beste für deine Thesis ist, und wenn du seit zwei Wochen keine Rückmeldung erhalten hast, kann es helfen, einfach weiter zu machen, und den Fortschritt beim nächsten Treffen zu präsentieren.

Ich sollte anmerken, dass man mit diesem Schritt vorsichtig sein sollte: An der Uni, im Kontakt mit recht studinahen Doktoranden ist das kein Problem, wer die Thesis auswärts in einem Unternehmen schreibt, könnte andere Erfahrungen machen. Ich hatte sehr Glück mit meinem Betreuer 😉

8. Du sollst nicht prokrastinieren!

Je länger du das Ding am Hals hast, desto schwerer wird es. Und panische Nachtsitzungen kurz vor Abgabe sind selten qualitätsfördernd. Geh geruhsam ran, stress dich nicht, aber arbeite konstant. Gleichzeitig…

9. Plane notwendige Pausen mit ein

Es gibt angebrachte Momente, um das Ding auch Mal liegen zu lassen. Sobald dein erstes Draft steht, schieb das Ding weg und fass es mindestens eine Woche lang nicht an, falls dein Zeitplan es erlaubt. (Wenn du Tipp 6 tatsächlich gefolgt bist, sollte er es erlauben.) Danach gehst du unverbrauchter ans Korrigieren, und hast ein bisschen den direkten Bezug zur Thesis verloren.

10. Druck dir die Thesis aus, setz dich an einen gemütlichen Ort, und arbeite sie dort durch

Cafés eignen sich besonders gut. Es ist etwas los, man hängt nicht nur über Seiten aus Text und kann sich gut Notizen machen. Es gibt Ablenkungen, aber andere: kein 9Gag, kein YouTube, kein Aufräumen. Nur ein bisschen produktives Hintergrundrauschen. Gedruckt sieht die Thesis außerdem noch Mal komplett anders aus, was den Abstand zwischen dem eigentlichen Schreiben und dem Korrigieren weiter erhöht, was in diesem Schritt wichtig ist: du willst von außen drauf gucken. Alle Notizen, die du machst, werden außerdem erst zu Hause eingearbeitet, und du kannst den Lesefluss wirklich analysieren, und lediglich einige Stellen markieren. Wenn du jede kleine Änderung direkt umsetzt, betrachtest du immer nur jeden Absatz für sich, und nie das Gesamtbild.

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