Inzwischen berichten sowohl die Bundespolizei, als auch die Kölner Polizei, dass es sich beim Großteil der Tatverdächtigen aus der Kölner Neujahrsnacht um Asylbewerber handelt.
Ich möchte nochmal verdeutlichen, dass das NICHT heißt, dass alle Asylanten böse sind! Wir schmeißen uns ja auch nicht raus, obwohl es auch deutsche Sexualstraftäter gibt! Wir sind im Moment nur alle ein bisschen empfindlich, was diese ganze Sache angeht. Genau so, wie es bei uns problematische Individuen gibt, kommen eben auch einige mit den Flüchtlingsströmen ins Land.
Man kann nicht gut generalisieren, weil man damit nie das komplette Bild einfängt. Gleichzeitig kann man ohne Generalisierungen nicht über eine Gruppe von Menschen sprechen, ohne jedem Satz „das gilt vielleicht, vielleicht aber auch nicht“ anzuhängen. Ich versuche mein Bestes, Tendenzen, in der Form, in der sie mir bekannt sind, einzufangen, aber auch meine Weltanschauung ist subjektiv und bei weitem nicht perfekt. Irgendwann schreibe ich mal über Vorurteile…


Es gab leider eine große Zahl von Asylbewerbern, die als Täter der Silvesternacht in Frage kommen. Woran kann das liegen?

Bei Sexualdelikten geht es nicht zwingend um Sex, sondern in vielen Fällen um das Ausüben von Macht, um Unterdrückung oder das Rauslassen von angestauter Wut. In sehr wenigen Fällen geschieht das spontan, sondern oftmals eher explizit. Ein Kriminalpsychologe (Den weder ich, noch die Person, die mich auf ihn aufmerksam gemacht hat, finden können, was echt dumm gelaufen ist.) sagte dazu, dass es sich bei den Tätern wohl um Personen handele, die schon in ihrem Herkunftsland dissozial (Das ist das wissenschaftliche Wort für „asozial“.) aufgefallen sind. Das kann gut sein, denn bekanntlich gibt es überall Arschlöcher. Wenn wir jetzt noch die potentiell traumatischen Erlebnisse des Bürgerkrieges und der langen Reise dazunehmen, haben wir wütende Individuen, die bei uns auflaufen. Dem bekannten Kriminalpsychologen Herrn LeiderUnbekannt zufolge, sehen diese Menschen dann unseren Lebensstandard, der zu ihrem jetzigen in einem starken Kontrast steht. Das macht sie innerlich klein, und wütend. Der nächste Schritt ist es, sich überzuordnen – durch Unterdrückung.

Wenn eine Sache an diesem Thema leicht ist, dann Bilder generieren. Immerhin.

Das ist eine ziemlich heftige, aber plausible Möglichkeit. Ich denke, dass das bei Manchen der Fall sein kann, will hier aber über etwas Anderes sprechen:
Ein großer Teil unserer Persönlichkeit wird durch unsere Erziehung ausgemacht. Erziehung läuft überall auf der Welt unterschiedlich, und ist stark mit der vorherrschenden Kultur verwoben: sie bestimmt die Werte und Normen, die weitervermittelt werden. Schon Freud wusste das, als er dem „Es“, das unsere angeborenen Triebe symbolisiert, das „Über-Ich“ entgegenstellte, in dem sich alle angeeigneten Regeln ausdrücken. Heutzutage ist diese Teilung in angeborene und anerzogene Effekte nicht unüblicher geworden, man sieht sie zum Beispiel beim Betrachten von fluider und kristalliner Intteligenz, oder der Unterscheidung zwischen Fertigkeiten und Fähigkeiten. Die Logik dahinter ist auch nicht von der Hand zu weisen: Natürlich nimmt unser Umfeld Einfluss auf unsere Entwicklung und Orientierung.
Manche dieser Normen sind nicht überall gleich. Die Stellung der Frau zum Beispiel, ist ein sehr strittiges Thema, über das man sich nur sehr schwer einig werden kann. Die mittelalterliche Stellung einer Frau als Brutmaschine hält sich mancherorts bis heute. Erst 1997 wurden Vergewaltigungen in der Ehe in Deutschland als Straftat anerkannt. International ist der Umgang mit verschiedenen Sexualdelikten oft sehr inkonsistent. Dass alleinreisende Frauen in Indien schamlos begafft, zum Sex aufgefordert oder angefasst werden, ist da oft nur der Anfang. In Saudi-Arabien können die Opfer von Vergewaltigungen bestraft werden, wenn sie – zum Beispiel durch uneheliche Beziehungen – zum Entstehen der Situation beigetragen haben. (Ganz zu schweigen von den ganzen Schauergeschichten, dass es als Frau in diesen Ländern einfach keinen Sinn mache, eine Vergewaltigung anzuzeigen, weil sich ohnehin niemand darum kümmert.) Sogar in JAPAN, einem Land, das ich für kultiviert gehalten habe, kommt es regelmäßig zu Grabschereien in den vollen Bahnen.
Das Bild der Frau im Islam ist ebenfalls recht strittig, allerdings bin ich wirklich nicht gut genug informiert, um mich an dieserDiskussion zu beteiligen.

Wichtiger ist, dass man Kultur auch ohne Religion betrachten kann, denn auch der christliche Glaube verbietet Herabwürdigung und sexuelle Belästigung von Frauen, was jahrhundertelang trotzdem niemanden aufgehalten hat. Es geht hier also nicht um Religionen, sondern um Menschen und Gesellschaften.
Es ist ein schwieriger und weiter Weg von einer Kultur, in der Frauen leicht zu Opfern werden, zu einer, in der etwas dagegen unternommen wird, und sich das Denken umstellt. Auch bei uns musste hart dafür gekämpft werden, dass Frauen vollwertige Teile der Gesellschaft sind, und in vielen Bereichen ist das einfach noch immer nicht erreicht. Das Frauenwahlrecht gilt bei uns zwar schon seit dem ersten Weltkrieg, aber die Verdienstunterschiede los zu werden, scheint schwerer zu sein, als man denken würde. Es ist nicht leicht, eine Gesellschaft dazu zu bringen, Menschen als Menschen zu sehen. Es war bei uns nicht leicht, und es wird wieder nicht leicht sein, eine beträchtliche Menge Menschen mit anderem kulturellem Hintergrund zu überzeugen.

Fest steht: An vielen Orten wird mit Frauen nicht gut umgegangen. Eine Horde betrunkener und verzweifelter Männer, mit falschen Vorstellungen davon, wie sehr man Frauen auf die Pelle rücken darf, ist eine mögliche Erklärung für die „leichteren“ der Sexualdelikte aus der Silvesternacht. Die Vergewaltigungen sind vielleicht durch Opportunisten entstanden, oder durch die oben vermutete Wut.

Bernd Ulrich beschreibt in seinem Artikel in der Zeit eine kulturelle Begründung dafür, wie nahöstliche Männer ihre Triebtaten rechtfertigen könnten. Zwar ist der religiöse Wille vieler Frauen, ein Kopftuch zu tragen, keinesfalls in Frage zu stellen, doch offenbaren die oft auch staatlichen und kulturellen Kleidervorschriften für Frauen ein sexistisches Bild von beiden Geschlechtern. Als Begründung wird nämlich häufig die Unsittlichkeit des Mannes angeführt, der durch einen kurzen Blick schon seinen animalischen Trieben zum Opfer fallen könnte. Herr Ulrich schreibt weiter, dass das eine praktische Ausrede für viele Männer suggeriert: Ihr innerer Trieb bringt sie dazu, so zu handeln. Dadurch geht Verantwortung verloren, auch wenn dieser Gedanke nur latent und unterschwellig präsent ist. Aber genau diese Verantwortung brauchen Männer, um mit Frauen respektvoller umzugehen. „Der Weg vom Mann, der wegen jeder Erregung die Selbstkontrolle verlieren kann (und darf), zum Mann, der in jedem Stadium der Erregung ohne Zögern einem Nein gehorchen muss, ist weder kurz noch leicht.“, schreibt Ulrich. 
 
Der rennomierte Kriminalpsychologe, der hier aus schlecht-informiert-Gründen nicht genannt werden kann, sieht nur eine Lösung für gewaltorientierte, wütende Übergriffe: Einzeltherapie. Dass das eigentlich nicht zu bewältigen ist, ist klar, also plädiert er für Abschiebung.
Ich sehe aber auch eine andere Möglichkeit. Vor Allem, da ich seine Theorie ohnehin nur für einen sehr kleinen Teil der Übergriffe verantwortlich machen würde. Es ist eine gemeinsame Aufgabe beider Parteien, die Flüchtlinge zu integrieren. Es ist nicht nett, aber für ein geordnetes, funktionierendes Zusammenleben muss man anderen gelegentlich seine Regeln aufzwingen. Es ist unsere Aufgabe, den Asylanten eine Chance zu geben, zu lernen, wie man bei uns lebt, wie man miteinander umgeht, und wie nicht. Und es ist ihre Aufgabe, sich an diese Normen und Gesetze zu halten, solange sie hier sind – und sie vielleicht sogar für sich zu übernehmen.
So können wir das Problem sexueller Gewalt, aber auch alle anderen Differenzen angehen: Wir müssen selbst gute Beispiele geben, und unsere Neuankömmlinge auch ein bisschen zwingen, sich anzupassen.

In NRW war zwischenzeitlich ein Schwimmbad für Asylbewerber gesperrt, weil es zu viele Beschwerden über unangemessenes Verhalten gab. Heftige Diskussionen waren die Folge, aber die jetzige Lösung funktioniert gut: Flüchtlinge müssen vor Betreten des Schwimmbades einer Belehrung teilnehmen, die in verschiedenen Sprachen angeboten wird. Die Zuständigen sind zufrieden mit der zunächst sehr drastischen, aber progressiven Lösung.

Die Integration all dieser Flüchtlinge ist keine leichte Aufgabe für ein Land, und es ist nur natürlich, dass sich Probleme zeigen. Einzelpersonen, die einfach nur Mist bauen, gibt es immer, aber das heißt nicht, dass wir gleich ganze Völker als hoffnungslos verdammen sollten.

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