In der Psychologie trifft man häufig auf ein Phänomen: man sucht nach einer Möglichkeit, etwas zu beschreiben: in meinem Fall gerade Motivation und Spaß, aber das tut nichts zur Sache. Was man findet ist eine Vielzahl an Modellen und Konstrukten, die alle das gleiche Konzept beschreiben, aber keines fühlt sich vollständig an. Keines fühlt sich richtig an. Das lässt einen unzufrieden zurück – was ist der richtige Ansatz, die Sache zu beschreiben? 
Wie mann einen Menschen aufteilt.Die Antwort ist zunächst ein wenig unbefriedigend: Jeder und keiner. Das ist bei jedem Modell so, und das muss auch so sein: Modellierung bildet etwas aus der Realität ab, und versucht, es in greifbare Bestandteile zu zerlegen. Diese Bestandteile sind in die andere Richtung nicht wieder zur Realität kombinierbar – man erleidet Informationsverlust. Nimmt man zwei Arme, zwei Beine, einen Torso und einen Kopf, erhält man keinen Menschen, sondern eine gewaltige Sauerei. Umgekehrt wirkt diese Aufzählung wie eine sinnvolle Zerlegung, wenn man einen Menschen schnell verschwinden lassen will. (Powls Mörder Plog – jetzt neu!)
Worauf ich hinaus will, ist Folgendes: Kein Modell kann perfekt sein. Es kann nicht den Anspruch erheben, die komplette Realität abzubilden – und das soll es auch nicht. Ein Modell soll die Realität vereinfacht beschreiben – den Teil davon abbilden, der gerade wichtig ist. In der Psychologie bedeutet das, ein vages Konzept des menschlichen Geistes – das Gedächtnis, Emotionen, Motivation, Altruismus oder Wahrnehmung – so zu umschreiben, dass es gleichzeitig für die aktuelle Sichtweise nützlich und trotzdem nah an der Realität ist. In der Informatik geht es darum, die wichtigen Elemente einer Domäne zu erkennen, sie von den unwichtigen zu trennen, und sie in Objekten, Funktionen und Attributen zu einem funktionierenden Programm zu kombinieren. Im Alltag werden ganze Städte und ihre öffentlichen Verkehrsmittel auf übersichtliche Karten runtergebrochen.
Jedes Modell tut genau das, wofür es gemacht worden ist – wenn es das nicht kann, dann ist es ein schlechtes Modell. Bis dahin ist es nur das Falsche.

3 comments on “Wissenschafts 1×1 – schlechte Modelle?

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