Schönheit kann also durchaus als eine Art von Kommunikation gesehen werden – jemand sucht bestimmte Signale und findet diese anziehend, andere Leute senden bestimmte Signale durch ihr Äußeres, man findet zusammen, zieht sich zurück und produziert kleine neue niedliche Sender. Das ist natürlich nicht das ganze Geheimnis, aber ein guter Ansatz, der sich auf Bärte erweitern lässt.
BÄRTE!

Diejenigen unter uns, die männlich genug sind, die genug Nägel und Glasscherben gefrühstückt, oben ohne Holz gehackt und in der Hundefolge von Futurama nur kurz geweint haben – also kurz: die, die dazu in der Lage sind – werden sich fragen, was Bärte eigentlich so kommunizieren können.
Und wie so oft in der Welt der Wissenschaft gilt: „There’s a study for that!“ Denn auch unterschiedliche Bartarten wurden in diversen Studien von
Versuchsteilnehmern beider Geschlechter in Hinblick auf verschiedene Charaktereigenschaften bewertet. Dabei schnitten mal manche Bärte besser ab, mal die Babypopos.

So wirken Vollbärte zwar männlicher, gleichzeitig jedoch auch aggressiver und weniger intelligent. Außerdem sieht man mit ihnen älter aus, dafür aber auch reifer.Ein etwas kürzerer Bart wirkt sogar noch dominanter und weniger aggressiv, vereint also die guten Effekte des Ganzen miteinander, wenn man nicht zufällig Gladiator sein möchte.
Bartlose Gesichter werden laut einigen Studien hingegen als vertrauenswürdiger und intelligenter beschrieben, was vielleicht mit der geringeren wahrgenommenen Dominanz und Aggressivität zusammenhängt. Die Leute fühlten sich weniger bedroht.
Etwas abwegig ist hingegen die Einschätzung von Schnauzbärten:diewerden anscheinend als noch vertrauenswürdiger angesehen. Vielleicht, weil man das häufig bei italienischen Klempnern und Pornodarstellern von vor 30 Jahren sieht, zwei gesellschaftlich sehr angesehenen Berufsgruppen.

Am Attraktivsten fanden weibliche Teilnehmer durchschnittlich übrigens Drei-Tage-Bärte, insbesondere im Vergleich mit längeren Bärten –sowohl für kürzere als auch längere Beziehungen. Einem gewissen Kratzen beim Küssen kann wohl keine Frau widerstehen.

Vollbärte wirken männlicher, bartlose Gesichter intelligent, Schnauzer vertrauenswürdig und Stoppeln attraktiv.


Die Erklärungsversuche der Forscher sind weit gestreut und größtenteils Mutmaßungen. Es wird vorgeschlagen, dass Bartwuchs animalischer und urtümlicher wirkt, und damit eben auch wilder. Das hängt wieder mit Mustern zusammen, die wir zu Lendenschurz-und-spitzer-Stock-Zeiten erlernt haben. Eine andere Idee benutzt biologisches Wissen: Testosteron ist für den Bartwuchs zuständig, undmacht aggressiver, woraus sich der Zusammenhang – oder in diesen Studien zumindest der wahrgenommeneZusammenhang – ergibt. Die Menschen „wittern“ mehr Testosteron in einem bärtigen Mann, und sehen ihn direkt aggressiver. Ein zu geringes Maß an Testosteron signalisiert aber geringere Paarungserfolge (zum Beispiel, weil Weicheier schneller gefressen werden), also ist ein mittelhoher Wert für romantische Belange ansprechend – und der korrespondiert mit einem Stoppelbart.

Natürlich unterliegen solche Studien immer auch aktuellen Trends. Augenscheinlich können genug Leute Vollbärten etwas abverlangen, ansonsten wäre es heutzutage einfacher, eine Schlange vor einem Applestore von einer vor einer Suppenküche zu unterscheiden.
Und an die, die hier einen Tipp mitnehmen möchten: Macht euch ein paar Gedanken über eure Signale, und ob sie zusammenpassen. Andererseits: ein Vollbart ist nicht immer gruselig und ein rasiertes Gesicht nicht immer intelligent – es kann nur ein Hinweis sein. Also zerdenkt diese Sache nicht zu sehr.
Und wenn ihr immer noch unsicher seid: Nehmt den Drei-Tage-Bart.


Zu faul zum Lesen? Dann schau bei mir auf YouTube vorbei!

2 comments on “The Bart’s Tale – Welche Signale unsere Bärte senden… anscheinend

  • Um der traurigen Wahrheit mal ins Gesicht zu sehen (haha, Wortwitz):
    Nach drei Tagen hab ich höchstens einen unaffälligen Schatten am Kinn… Ich lass es immer ne Woche stehen und tu dann so als hätte ich mich erst am Vortag rasiert, hehe 😀

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