Kritisieren ist also kein leichter Job, und kann, wenn falsch durchgeführt, für eine Freundschaft schädlicher sein als Mario Kart.

Warum Menschen nicht gut im Verarbeiten von Kritik sind, haben wir schon geklärt: sie greifen ungerne den Selbstwert an, und sind oftmals zu unreflektiert. Vor allem, wenn wir sie in eine emotionale Abwehrhaltung drängen, können wir den Versuch, durchzudringen, im Prinzip einstellen.
Die 5 Schritte veranschaulicht.

Damit Kritik funktioniert, müssen wir also dafür sorgen, dass sie auf keine Defensivhaltung stößt, indem wir sie so schonend wie möglich vermitteln. Stichwort: Konstruktives Feedback. Zum Glück habe ich in meiner Vortragstrainerausbildung ein paar Kniffe gelernt, um das anzustellen:

1. positive Aspekte öffnen den Kritisierten. Es ist viel schwerer, zuzuhören, wenn man direkt von Anfang an mit Negativem konfrontiert wird.
2. Ich-Botschaften. Was wir beobachtet haben, ist nicht die universelle Wahrheit. Wir können nur unsere subjektive Einschätzung weitergeben, und sollten sie auch als diese verkaufen.
3. Beispiele. Wenn man Kritikpunkte an konkreten Dingen festmachen kann, sind sie weniger vage, und geben dem Kritisierten einen präziseren Ansatzpunkt, um zu versuchen, das Gesagte nachzuvollziehen.
4. Verbesserungsvorschläge. Die vereinfachen es weiter, den Kritikpunkt zu verstehen, und mit ihm zu arbeiten.
5. konkret und kurz. Kritisiert zu werden ist schwer genug, dann sollte die Sache sich nicht unnötig in die Länge ziehen.
Es ist kein Allheilmittel, aber es ist ein Anfang. Natürlich stößt auch diese Taktik noch auf ihre Grenzen, wenn das Gegenüber nicht kritisiert werden will. Man muss gemeinsam daran arbeiten wollen, um etwas zu erreichen.

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