Ich bin gerade im Urlaub, will den Blog aber nicht so alleine zurücklassen, also ein Komrpomiss: ich schreibe vom sonnigen Balkon aus eine Kleinigkeit und erfreue mich meines Lebens 😉

Dementsprechend heute also keine virtuellen Menschen, sondern was Anderes: Manipulation durch Medien.
Im Zuge von „Kommunikations- und Medienpychologie“ lernt man viel langweiligen, aber auch viel  nützlichen Kram, und kommt zu dem Schluss, dass Medien ganz schön mächtig sein können. Genug Leute sind ja immerhin nicht ganz ohne Grund der Ansicht, dass das komplette Fernsehen nur ihrer Verdummung dient und dass alle Nachrichten frei erfunden sind. (Gut, meistens glauben diese Leute auch an Chemtrails – „die Regierung vergiftet uns alle kontinuierlich indem sie mit Flugzeugen chemische Stoffe in die Luft bläst – das sieht man an den veränderten Kondensstreifen!“ – die Nichtexistenz von Bielefeld und dass die CIA hinter 9/11 steckt. Im Falle der BILD könnten Sie aber recht haben…)
Es ist zwar vermutlich nicht ganz SO schlimm, aber vielleicht können wir uns darauf einigen, dass das Fernsehen an vielen Stellen wirklich für irgendeine Art von Meinungsbildung verantwortlich ist. Die exorbitant langen Werbeblöcke, wahllosen Produktplatzierungen, unzählbaren Meinungsbildungsformate (das ist ein nettes Wort für Talkshows), die Sendungen, die es uns ermöglichen, uns besser als der Pöbel zu fühlen (ungefähr das komplette RTL2 Programm): alles ist mit Meinungen und Ansichten vollgestopft, die unterschiedlich subtil in den Kopf der Zuschauer geprügelt werden.
Es gibt da verschiedene Ansätze, die nicht alle schlecht sind. Meiner Vorlesung folgend teile ich in drei Kategorien ein: Propaganda, Manipulation und Persuasion.
Was Propaganda ist, dürfte allen klar sein: groß angelegte, meist staatlich finanzierte Lügen, die mit möglichst viel Nachdruck in die Welt geblasen werden. Damit Propaganda funktioniert, ist den Betroffenen – meist großen Teilen der Bevölkerung also – nicht bewusst, dass es sich um Propaganda handelt, die von einer einzelnen, mächtigen Organisation durch Massenmedien verbreitet wird.
Natürlich denkt man, vor so etwas sicher zu sein, andererseits gibt es auch Leute, die unsere Medien mit Werbung und Konsumdruck als moderne Propaganda bezeichnen… Ich vermute, das muss jeder für sich entscheiden.
Manipulation ist etwas subtiler als Propaganda. Es geht darum, die Zuschauer von etwas zu überzeugen – koste es, was es wolle. Meist bedeutet das, dass die vermittelten Inhalte nicht ganz ehrlich sind; gefälschte Statistiken oder dreiste Lügen. Oft werden aber auch bestimmte Techniken verwendet, die es dem Zuschauer erschweren, sich der Manipulation zu widersetzen. Argumentationsstrategien, die Menschen dazu bringen, schneller nachzugeben. Dass so etwas geht, ist super uncool, liegt aber irgendwo in unserer Kognition vergraben – wird also durch die Art ermöglicht, auf die unser Hirn Informationen verarbeitet.
Genaueres zu diesen Strategien folgt in den nächsten Tagen (wenn ich die spannenden Dinge immer sofort raushaue, kann ich hier ja nie Spannung aufbauen 😛 )
Letzter Punkt: Persuasion. Das ist die nette Art, Fernsehen zu benutzen, um Leute von etwas zu überzeugen. Im Gegensatz zu den anderen beiden Strategien erfolgt sie nämlich in der Regel offen und ehrlich. Das soll dem Betroffenen ermöglichen, sich aktiv mit dem Thema auseinanderzusetzen, und eine stabile, langfristige Meinung aufzubauen. Es geht also eher darum, dass der Zuschauer sich selbst überzeugt, anhand der Informationen, die er geboten bekommt.
Tatsächlich wird er sogar als mündig betrachtet: es liegt bei ihm selbst, sich andere Informationsquellen zu suchen, sich dem Überzeugungsversuch zu widersetzen oder ihn eben doch anzunehmen.
Persuasionsversuche können durchaus einseitig sein – wie Werbung zum Beispiel – sind jedoch immer fair.
Die Folgen von Persuasion können ebenfalls in drei Kategorien eingeteilt werden, mit denen ich die Sache jetzt noch schnell abrunde:
Shaping tritt ein, wenn man noch keine Meinung zu etwas hat – wenn man keinen Lieblingsschokoriegel hat, und Werbung für Twix sieht (nein ich habe keinen Werbeauftrag von Twix; ja ich weiß, dass ich hier auch Persuasion durch Produktplatzierungen betreibe, aber ihr könnt euch jetzt ja erfolgreich wehren 😛 ), könnte man zu dem Schluss kommen, dass Twix eine gute Sache ist, und die vermittelte Meinung annehmen.
Reinforcing bedeutet Verstärkung. Existierende Meinungen werden von der präsentierten Meinung noch verstärkt. Beispielskonsistent: ich habe Twix schon als meinen Lieblingsriegel akzeptiert, sehe eine neue Werbung für diesen knackig schokoladigen Karamell und Keks Riegel, und bekomme spontan noch mehr Lust darauf.
Changing ist, wenn man seine Meinung aufgrund dessen, was präsentiert wird, ändert. Also wenn ich Mars lieber mag, eine Twix Werbung sehe, und mir denke: „Mann, ich habe mir schon immer etwas gewünscht, was wie ein Mars funktioniert, nur ohne diesen komischen Schaum sondern mit Keks! All meine Wünsche erfüllen sich in dieser köstlichen Kombination!“
Twix
Alles klar? Wie viele von euch haben jetzt Lust auf Twix? 😀

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