Gute Nachrichten für alle, die sich nach ein wenig Input aus den obskursten Ecken der Kognitionswissenschaften (ungefähr auf einer Ebene mit Nekromantie und Origami) sehnen! Nachdem ich wie letztes Jahr (oh, noch ein Link dazu! :D) eine Woche auf der Spring-School „Interdisciplinary College“ war, habe ich einen groben Überblick über das, was viele, VIELE Doktoranden, Professoren und Forschungsteams so mit ihrer Zeit machen.
Okay, der Affe ist nicht ganz so schön, aber Logos waren noch nie die Stärke der IK. Ist ja auch kein Künstlerverein. Ich empfehle die Teilnahme übrigens allen Psychologen, Informatikern, Kognitionsiwssenschaftlern, Soziologen, Linguisten, Neurobiologen und… Mathematikern, Physikern, Anthropologen, Chemikern, … Philosophen mit technischem Interesse, Ingenieuren, … hey, das Ding heißt „interdisciplinary college“, was habt ihr erwartet?
Das meiste davon war relativ technisch, und Vieles hab ich eigentlich auch nicht verstanden, aber das wird mich nicht davon abhalten, mein Verständnis davon irgendwie in Worte zu fassen. Also folgt nun eine Liste von Allem, woran ich mich erinnern kann:
  • Elektrische Fische mit einer erweiterten Wahrnehmungsdimension
  • Störungen des körperlichen Selbsts und Neurologische Untersuchungen dafür, inklusive Außerkörperlichen Erfahrungen, der Wahrnehmung einer Gummihand als die eigene und Menschen, mit dem tiefen Wunsch, sich Gliedmaßen amputieren zu lassen
  • Genetisch veränderte Fruchtfliegen, die man zwingen kann, unendlich lang rückwärts im Kreis zu laufen
  • Ein automatisches Furchtfliegentestlabor mit Superpräzisionslaser, der gezielt einzelne Hirnareale von Fruchtfliegen im Flug ausknipsen kann
  • Ein Linguist, der an einem Biologieinstitut die kulturelle Evolution der Sprache mithilfe von Robotern erforscht
  • Wie man einen virtuellen Menschen entwickelt, und was dabei wirklich zu seinem Realismus beiträgt
  • Modelle, mit denen die neuronalen Verbindungen im menschlichen Gehirn als Computerprogramm dargestellt werden können
  • Selbstversuche über das Zusammenwirken von gutem Weizen und Wasserball nach Mitternacht
  • Ungefähr 20 Doktoranden, die jeweils einzelne Neuronen von „Crayfish“, „Stick-Insects“ oder Fruchtfliegen untersuchen, um herauszufinden, wie diese Tiere zum Beispiel nicht über ihre eigenen Beine stolpern
  • Der Versuch, ein virtuelles Fitnessstudio zu entwickeln, in dem man sich selbst und einen animierten Trainer beim Sport sieht und live Feedback von eben jenem Trainer erhält
  • Sozialverhalten von Ameisenköniginnen
  • Theorien über den evolutionären Nutzen des episodischen Langzeitgedächtnisses
  • Wie kulturelle Herkunft unsere Wahrnehmung von Orten, Farben, Zeiten, Beziehungen, Tierarten und irgendwie Allem beeinflussen kann
  • Automatisch fahrende Autos und dass sie seit Jahren ab und zu mal auf unseren Autobahnen getestet werden
  • Dem Problem, das Forschungsgebiet „Cognitive Science“ irgendwie methodisch, praktisch und philosophisch einzugrenzen

Vermutlich gab es noch viel mehr, aber Schlafmangel und Überinput haben meine Hirnwindungen wieder ganz schön leer geblasen.
Ein paar ausgewählte Themen, die ich besonders spannend fand, besonders schnell anreißen kann, oder mit besonders flachen Witzen spicken kann, werde ich sogar noch näher ausführen. Bleibt also dran, und hinterlasst mir gerne einen Kommentar, wenn ihr zu irgendetwas mehr wissen wollt!

2 comments on “IK 2015

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