Jetzt was Laues, wofür man leider ein wenig Vorwissen braucht. Da ich ein guter Blogger bin, findet ihr dieses aber hier. Und weiter unten im Text nochmal kurz angerissen.

Im Detail möchte ich jetzt über die fatalen Folgen einer Fehlattribution  im Zusammenhang mit selbsterfüllenden Prophezeiungen schreiben. Und zwar am wunderbaren Beispiel eines Cheeseburgers. (Mjam!)

Ich werde mittlerweile richtig gut darin! 😀

Kurze Wiederholung:

Eine selbsterfüllende Prophezeiung ist im Wesentlichen eine Einstellung oder Erwartung, die dazu führt, dass wir unser Verhalten und unsere Wahrnehmung anpassen, was im Endeffekt zu eben der Erwartung führt, die wir von vorneherein hatten.
Ein Beispiel wäre die Erwartung, dass der McDonald’s Cheeseburger im Wesentlichen schmeckt wie ein alter Stiefel, gefüllt mit Rattendung, dessen produzierendes Nagetier vorher selbst einen solchen Cheeseburger zu sich genommen hat. Im besten Fall wären wir vom Burger positiv überrascht („Hey, für Rattendung ist das echt okay!“), im Allgemeinen würden wir vermutlich keinen weiteren bestellen, weil er unserer Erwartung, einen schlechten Burger zu bekommen, entspricht.

Ein Attributionsfehler schleicht sich ein, wenn wir aus irgendwelchen Gründen von falschen kausalen Zusammenhängen ausgehen. Das kann einerseits passieren, weil wir zwei vollkommen unzusammenhängende Ereignisse miteinander in Zusammenhang bringen. („Dieser Burger schmeckt scheiße, weil ich eine gelbe Hose trage.“)  Eine andere Möglichkeit ist, dass wir uns zwischen zwei möglichen Erklärungen entscheiden, und die falsche nehmen. (Entweder war der Schulaussteiger, der meinen Burger gegrillt hat, in exorbitantem Ausmaß inkompetent, oder McDonald’s Burger schmecken im Allgemeinen scheiße. Eine der Möglichkeiten wird gewählt, obwohl die andere stimmt!)

Wenn wir diese beiden Modelle zusammenbringen, erhalten wir eine komplizierte Mischung. Attributionen bringen Dinge in Zusammenhang miteinander. Ein einmal für uns beschlossener Zusammenhang kann eine Erwartungshaltung in uns bilden, und diese dann zukünftiges Verhalten beeinflussen.
Wer nun falsch attribuiert (also zum Beispiel annimmt, dass der Burger nicht schmeckt, weil sie nie schmecken, obwohl es eigentlich die Schuld des Bratenden war), legt eine fehlerhafte Grundlage für zukünftige Entscheidungen. (In diesem Beispiel würde er nie mehr zu McDonald’s gehen, obwohl die meisten Burger gar nicht so furchtbar schmecken, wie dieser spezielle.)

Zugegeben, das Beispiel, zukünftig keine McDonald’s Burger mehr zu sich nehmen zu wollen, ist kein fataler Schicksalsschlag, der wirklich ein großes Problem darstellt.
Wechseln wir also den Kontext: Ein Kumpel, nennen wir ihn Rüdiger-Jürgen (Spitzname „Rügen“) lässt euch bei einer Verabredung sitzen, die euch sehr wichtig ist. Ungefähr eine Viertelstunde nach eurem Termin ruft er an, und berichtet, dass er von Aliens entführt wurde, jetzt aber alles im Lot sei, und er sich auf den Weg mache. Nehmen wir für diesen Fall einfach mal an, dass dieser Freund wirklich Opfer einer solchen Entführung war, wir ihm aber nicht glauben. Wir attribuieren sein Zu-spät-kommen auf ihn selbst, sind also der Überzeugung, dass es gänzlich sein Verschulden ist – vermutlich ist er mit dem Smartphone in der Hand auf dem Klo versackt. Diese Attribution senkt unsere Meinung von diesem Freund erheblich. Wir werden für ein solches Verhalten bei ihm sensibilisiert, und stören uns nun an kleineren Dingen. 3 Minuten zu spät zu sein ist bei Steven kein Problem, bei Rügen aber nervt es uns direkt. Unsere neue Erwartungshaltung beeinflusst unsere Reaktionen auf das Verhalten anderer, genauso, wie es unser eigenes Verhalten beeinflusst: wir sind schneller genervt von Rügen, und zeigen es ihm auch deutlicher. Mit Pech bedeutet das das Aus für die Freundschaft, und das nur, weil wir fehlattribuiert haben.

Im nächsten Post schreibe ich noch eine Kleinigkeit über Forschung im Zusammenhang mit selbsterfüllenden Prophezeiungen – ein Überblick über die Dinge, die den Effekt beweisen. Wenn euch diese Beispiele hier zu unsinnig waren, ist da vielleicht was dabei.

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