Schlagen wir heute die Brücke: Ich habe euch hier bereits erzählt, dass ihr oft anders wirkt, als ihr es euch vielleicht vorgestellt habt… aber wie schafft ihr es dann, richtig rüber zu kommen?
Ich fühle mich ein bisschen wie so ein bärtiger nackter Mann mit „DAS ENDE NAHT!“-Schild, wenn ich euch immer nur von den Schwächen und Problemen erzähle, die sich bei Körpersprache ergeben können. Leider gibt es mehr zu den Problemen zu sagen, als zu leichten Dingen. Seht es einfach so: Wenn ihr die Fehlerquellen kennt, könnt ihr sie vielleicht umschiffen.
Andererseits muss ich auch an dieser Stelle wieder einschneiden: man hat leider keinen universellen Einfluss auf die eigene Körpersprache, was – wie mir gerade auffällt – eigentlich ein wenig beängstigend ist.
Zwar lassen sich Dinge wie Haltung, Gesichtsausdruck und Gestik ziemlich gut beeinflussen, wirklich helfen tut das jedoch nur im Rahmen unserer schauspielerischen Fähigkeiten. Wer kein anständiges Lachen hin bekommt, kann halt nicht mal eben Lachen, nur weil es gerade taktisch klug wäre. Hinzu kommt, dass wir dann immer noch den Kontext richtig einschätzen müssen, damit alles zusammen passt – aber das hatten wir ja schon.
Bei einigen anderen Körperreaktionen haben wir in der Tat gar keinen Einfluss. Wer versucht, seine Lidschlagfrequenz, die Pupillengröße oder ein Erröten zu überspielen, wird nicht weit kommen. Wir haben einfach nicht die komplette Kontrolle über alles, was unser Körper tut… manche Dinge kommen von selbst.
Das soll jetzt allerdings nicht heißen, dass es sich nicht lohnt, es zu versuchen. Man kann bewusst auf seine Körpersprache achten, und über das eigene Auftreten nachdenken. Geistesgegenwart hilft… ab und zu die Schultern zu straffen und den Blick zu heben kann wahre Wunder wirken. Wenn wir sensibler für die eigene und die Körpersprache anderer werden, lernen wir automatisch ein bisschen bewusster und damit selbstbewusster aufzutreten.
Das Beste daran ist, dass ich glaube, dass die Kontrolle einiger Faktoren die anderen automatisch mit anpasst. Wer sich an dieseTheorie erinnert, wird feststellen, dass ein Lächeln tatsächlich dazu führt, dass man sich besser fühlt, und dass Tränen wirklich dazu beitragen, dass wir traurig sind. Ich habe keinerlei Beweise [Edit: mittlerweile doch, siehe hier], aber ich behaupte, dass sich das auch auf unsere Körpersprache übertragen lässt: Wenn wir in mancher Hinsicht selbstbewusster auftreten, sind wir auch selbstbewusster, und Lidschlag, Puls und viele andere Dinge passen sich entsprechend an.

Gerade stehen <-> selbstbewusst auftreten
Dementsprechend ist mein Rat an dieser Stelle: Tut das Möglichste, dann kommt der Rest von ganz allein. Ein wenig auf den eigenen Körper zu achten führt zu einer enormen Verbesserung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.