Ich habe gestern draußen in der Sonne gesessen und ein wenig in meiner „Psychologie Heute“ geblättert (irgendwie fühlt es sich doof an, das zu sagen), und bin dabei über einen Artikel zur richtigen Körpersprache gestolpert.
Ich will und kann hier bei Weitem keinen umfassenden Überblick verschaffen – dafür gibt es vermutlich hunderttausende von Büchern mit Titeln wie „Mit Ihrem Körper zum Erfolg!“ oder „Das kleine ABC des Manager-Seins“ oder „Wie ich so aussehe, als wäre ich der Boss, obwohl ich hier nur putze“. Diese Bücher sind in der Regel nicht zwingend hilfreich und beziehen sich oft nur auf die „Business“-Aspekte der Körpersprache… und da mir die ganze Wirtschaftswelt ziemlich zuwider ist, wähle ich hier einen etwas anderen Ansatz.

Zunächst: Einem dieser Bücher oder Artikel blind vertrauen ist keine gute Idee. Außer, ich habe ihn geschrieben. Mir könnt ihr vertrauen 😉
Viele wählen einen relativ eindeutigen Ansatz: „Verschränkte Arme vor der Brust sind ein Zeichen einer Verteidigungshaltung! Verkaufen Sie ihr Produkt um jeden Preis (solange er über dem Marktwert liegt)!“, aber aus Sicht der meisten Forscher, die irgendwie Ahnung haben, was sie tun, ist das Quatsch. Warum, liegt auf der Hand: Verschränkte Arme sind nicht zwingend ein Zeichen von Schwäche. Vielleicht werden hängende Arme einfach unbequem, oder die Person friert. Oder sie ist Spezialagent und gibt dem Scharfschützen aus ihrem Team damit das Zeichen, die Kuh auf dem Dach zu erschießen, damit das Gewicht von der Rampe genommen wird und Rauchgranaten in den Lüftungsschacht fallen, von wo aus sie die gesamte Küche des McDonalds um die Ecke einnebeln, weil der Präsident einen BigMac will aber sein Portemonnaie zu Hause gelassen hat… Ist eine Möglichkeit!
Was ich sagen will: Körpersprache kann eigentlich nicht pauschal gedeutet werden – es gibt viele Details, die zusammenspielen und für das Endergebnis relevant sind:

  • der Kontext
  • Was für ein Mensch ist das Gegenüber?
  • War die gezeigte Aktion kontrollierbar oder nicht? Wurde sie kontrolliert oder nicht?
  • Welche Art von Körpersprache war es? (Um euch anzufixen: Hierzu stelle ich ein wenig Arbeit von einem FBI/CIA-Lügenexperten und führendem Forscher in nonverbaler Kommunikation, Paul Ekman, vor!)

Ich hatte schon länger vor, meine Einträge kürzer zu schreiben – und nachdem mir gestern abend ungefähr 10 Betrunkene vorgelallt haben, dass sie meinen Blog toll finden, aber nicht lesen, weil sie einfach keine Zeit haben, setze ich das endlich mal um. Dementsprechend schreibe ich heute nur eine Einleitung, Details zu den obigen Themen findet ihr also in einzelnen Beiträgen. Vorher schreibe ich noch einen kleinen Abschnitt zu nonverbaler Kommunikation im Allgemeinen, später noch etwas zu ersten Eindrücken, zur Selbstwahrnehmung von Körpersprache und zum Problem der Inkongruenz (Ha, endlich konnte ich mal ein schlaues Wort benutzen!) schreiben. Zwischendrin streue ich noch Tipps, Tricks und Beispiele ein.

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