Gehen wir näher auf die drei Dimensionen der Attribution ein: Konsistenz, Konsens und Distinktheit. Während die ersten beiden Dimensionen eigentlich allen, die in der Lage sind, diesen Blog aufzurufen, etwas sagen sollten, zaubert die Distinktheit so Manchem wohl noch ein lächelndes Nicken ins Gesicht, was in Fachkreisen so viel bedeutet wie: „Ja, hahaha, genau, ich weiß nicht, was ich da sehe.“ Betrachten wir alle Punkte anhand eines Beispiels (das ich gerade vollkommen aus der Luft greife natürlich -.-), und erklären sie dabei: nehmen wir an, wir sitzen in einer überfüllten Bahn, und wollen einen Blog verfassen. Auf dem Vierersitz daneben sitzen drei Mädchen, deren gesammelter IQ weit unter der Anzahl der ihnen zur Verfügung stehenden Sitze liegen dürfte. Sie sind scheiße laut und wir können uns kaum konzentrieren. Nachdem verschiedene Maßnahmen – vom Wegsetzen über Anschreien bis zum präventiven Atomschlag – abgewogen wurden, bleiben wir doch einfach sitzen. Wenn wir uns nun fragen, wer eigentlich dafür zur Rechenschaft zu ziehen ist, müssen wir die drei Dimensionen ausloten und uns anschließend entscheiden.

Konsistenz
Die Konsistenz beschreibt, wie „normal“ das Verhalten einer Person ist, indem sie betrachtet, ob es wiederholbar und gleichförmig ist; konsistent eben. Insbesondere interessant ist, ob das gezeigte Verhalten immer als Reaktion auf die aktuellen oder sehr ähnliche Umstände eintritt (hohe Konsistenz), oder ob es eine Ausnahme bildet (niedrige Konsistenz).
Im Beispiel wären Fragen dazu: Verhalten sie sich immer so angemessen wie eine Vuvuzela bei einem Trauermarsch, wenn sie Zug fahren? Oder ist das gerade ein besonderer Fall?

Konsens
Der Konsens betrachtet, wie gleichförmig das Verhalten mit dem anderer Menschen ist. Wenn viele Menschen gleich oder ähnlich reagieren, ist der Konsens hoch, ansonsten natürlich niedrig.
Eine Frage, die bei der Einschätzung des Konsens dient, ist: Sind alle anderen auch Vuvuzelas?

Distinktheit

Die Distinktheit ist ein Maß dafür, wie sehr sich das gezeigte Verhalten von normalen Umständen abhebt. Interessant ist also, ob die betrachtete Person in vielen anderen Situationen gleich oder ähnlich reagiert (niedrige Distinktheit), oder ob sie nur in diesem bestimmten Fall das gesehene Verhalten zeigt (hohe Distinktheit). Um den Unterschied zur Konsistenz hervor zu heben: ein Verhalten ist konsistent, wenn es beim gleichen Reiz immer auftritt, und distinkt, wenn es bei anderen Reizen nicht auftritt.
Die Distinktheit hinterfragen wir am Besten so: Sind sie jemals nicht laut? Sind sie nur im Zug/zu dritt/gegen 14 Uhr laut?

VEREINT!
Nachdem wir nun geklärt haben, welche Dimension was beschreibt, ist als Nächstes wichtig, was welche Ausprägung der Werte für die Attribution bedeutet; wie wir uns also entscheiden würden wenn alle Fahrgäste wie fünfjährige Kokser im Zug sitzen, die Mädchen immer so laut sind, das aber nur im Zug auftritt.

2 comments on “Konsistenz, Konsens und Distinktheit

    • Einfach meine reale Situation wiederzugeben ist zwar nicht sonderlich kreativ, wird dafür aber als authentisch betrachtet 😉
      Freut mich, dass es dir gefällt! 😀
      [Vielleicht warst du gerade einer der Gründe für mich, den Arsch wieder hoch zu kriegen, und zu schreiben. Mal sehen, was ich zum Thema „Überwinden von Schreibblockaden“ finden kann…]

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